Ganz oben im äußersten Nordwesten von La Palma findet man die Gemeinde Garafia. Flächenmäßig gehört sie mit 103 km² zu den großen Gemeinden, ihre weniger als 2.000 Einwohner verteilen sich auf viele kleine Weiler und Einzelgehöfte, so daß Landschaft und Siedlungen stets einen verschlafenen Eindruck hinterlassen. Die Landschaft wird von vielen tiefen Barrancos durchzogen, was in der Vergangenheit die Randlage noch verschärfte. Die fehlende Infrastruktur über lange Zeit führte zu einer hohen Emigrationsrate.
Der fruchtbare Boden und das feuchte Klima bieten ideale Bedingungen für Landwirtschaft und Viehzucht. So findet man hier viele Rinder, Schafe, Ziegen, und die schwarzen kanarischen Schweine.
Erwähnt werden soll auch die eigenständige Hunderasse „Pastor Garafiano“. Diese hervorragenden Hütehunde wurden hier erzüchtet, aus einer traditionsreichen Auswahl gut angepaßter Tiere, mit der Zielsetzung, robuste, selbständige und leicht zu handhabende Hunde für die Arbeit mit großen Herden zu bekommen. Schön sind sie dabei auch noch geworden, irgendwo zwischen Collie und Schäferhund. Die Funktion bestimmt die Form, sagt man hier.
Die Gemeinde Garafia bietet ideale Gelegenheiten für ausgedehnte Wanderungen. Der Küstenwanderweg rund um die Insel La Palma hat hier einige seiner schönsten Abschnitte. In den schier endlos scheinendenWäldern der mittleren Lagen ist man alleine mit sich und der Natur. Und immer wieder gibt es grandiose Ausblicke in tiefe Schluchten und über dieweite Landschaft hinunter zur Küste.
Der Roque de los Muchachos mit seinen 2.426 Metern ist zugleich höchster Berg der Insel und Garafias. Die Küste ist von dort oben nur etwa 10 bis 15 km entfernt, die Ausblicke in diegrandiose Landschaft sind schwer zu beschreiben. Der Aufstieg dort hinauf wird von den meisten Touristen sitzend erledigt, im Leihwagen oder im Reisebus. Leider wird dabei von Vielen das Besondere dieses Ortes nicht wahrgenommen. Wer im Schweiß den mühevollen Aufstieg vollbracht hat, wird mit ganz anderen Gefühlen in die Caldera schauen.
Der Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde ist ein kleines verträumtes Nest an der Küste, etwa 300 m über dem Meer. Ein kleiner Dorfplatz neben der trutzigen altenKirche, Läden für das Notwendigste, die nirgendwo fehlende Bar, ein kleines Restaurant, das ist schon fast alles. Ach ja, das neue Rathaus - in Marmor! - und das Restaurant El Bernegal (gute Küche) dürfen nicht unerwähnt bleiben. Und an der großen Kreuzung gibt es ein Museum. Die wenigen Häuserreihen fransen zum Berg hin bald aus, man hat Santo Domingo schnell durchlaufen. Die Atmosphäre jedoch ist besonders - wenn nicht der Wind allzu stark bläst.
Ebenso wie der gesamte Norden der Insel hatte auch Santo Domingo erst spät teil an den Errungenschaften der Neuzeit. Eine Versorgung mit fließendem Wasser gibt es erst seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, also gut 30 Jahre. Die Anbindung an das Straßennetz geschah um die gleiche Zeit, durch eine Piste. Bis zum Beginn der neunziger Jahre gab es dann einen Bus aus den dreißiger Jahren, der ab und an nach Los Llanos fuhr, wenn er fuhr. Bevor es soweit war, mußte man zu Fuß gehen oder auf dem Esel reiten, wenn man einen besaß. Nur im Sommer bei ruhiger See konnte man Lasten in Booten transportieren.
Die Piste zum „Hafen“ von Santo Domingo wurde kürzlich ausgebessert. Der markierte Wanderweg mit dem gleichen Ziel führt an einigen Petroglyphen vorbei. Dem Hafen vorgelagert steht ein Fels im Meer, der Roque de Santo Domingo, 28 Meter hoch, der bei schwerer See glatt von der Gischt überspült wird. DerRoque de las Tabaibas weiter nördlich ist größer und 23 m hoch. Man kommt zum Wasser, aber der Zugang ist eher zum Angeln als zum Baden geeignet.
zum vorigen Absatz
zum Seitenanfang

DerBarranco de Izcagua ist die südliche Grenze von Garafia, hin zur Nachbargemeinde Puntagorda. Las Tricias zieht sich nördlich der Schlucht und unterhalb des Berges Tricias (1209 m) den Hang entlang. Weiter unterhalb des Ortes, in Buracas, findet man viele sehr schöne Drachenbäume, und einige Höhlen, die schon von den Guanchen bewohnt wurden. An einigen Stellen gibt es Steinzeichnungen. Die markanteWindmühle weist den Weg. Eine kleine alternative Gemeinschaft hat sich hier etabliert, einige wohnen immer noch in Höhlen und sind glücklich über ihre Unabhängigkeit. Ein alternatives Café unter Palmenblättern gibt es auch.
zum vorigen Absatz
zum Seitenanfang

Ein Stück weiter nördlich, von Las Tricias zu Fuß in einer knappen Stunde zu erreichen, liegt El Castillo. Natürlich kommt man auch mit dem Auto hin. Ein paar Häuser über einige Hügel verstreut in einer vergessenen Landschaft, fast Menschenleer. Aber im Ortskern gibt es zwei Restaurants. Das Eine, in der alten Schule am Dorfplatz, für besonders Anspruchsvolle (nur mit Voranmeldung), österreichische Küche, lobt sich selbst mit vielen Hinweisschildern. Das Andere, an der Straßengabelung wenige Meter entfernt, auch für den, der nur ein Häppchen oder ein Glas Wein möchte, ganz entspannt und familiär. Italienische Küche, lecker, lecker.
zum vorigen Absatz
zum Seitenanfang

Noch etwas weiter nördlich findet man das Dorf Cueva de Agua, ebenso unbeleckt vom Tourismus und ebenso verschlafen wie die anderen kleinen Dörfer hier im Norden von La Palma. Ein winziges Kirchlein steht an der steilen Dorfstraße, und kurz vor Sonnenuntergang steht man vor der Tür und plauscht mit dem Nachbarn. Ziegen, Hühner, Hunde, Katzen, Friede, Freude, Eierkuchen …
zum vorigen Absatz
zum Seitenanfang

In Hoya Grande fragt man sich, wo denn das Dorf sei. Verstreut liegen die Häuser in der Landschaft, einen Siedungskern gibt es nicht. Hier beginnt die westliche Straße hinauf auf den Roque de los Muchachos.
Llano Negro erweckt schon eher den Eindruck eines Dorfes, vor Allem wegen der alten Windmühle. Die gesamte Gegend eignet sich hervorragend zum Wandern. In San Antonio del Monte ganz in der Nähe findet im Juni eine der großen Fiestas der Insel mit einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Messen der Kanaren und einem Viehmarkt statt.
Weiter in Richtung Barlovento an der neuen Straße fährt man durch La Mata, in der Nähe der Zarza (Prähistorisches Zentrum La Zarza y Zarcita) mit wunderschönen Steinzeichnungen aus der Zeit der Guanchen.
Im „Reyes“ in La Mata gibt es im zeitigen Frühjahr gebratenes Zicklein, in einem rustikalen Restaurant, ganz wie in alten Zeiten. Und dazu einen einfachen Landwein.
zum vorigen Absatz
zum Seitenanfang

Nahe der Steilküste im mittleren Abschnitt des Nordteiles von La Palma thronen auf hohen Bergrücken zwischen tiefen Barrancos die Dörfer El Tablado und Franceses. Ein Abstecher dorthin lohnt alleine wegen der Aussichten, aber auch, um den Küstenwanderweg in seinen wohl schönsten Abschnitten kennenzulernen. Die beiden Dörfer sind wie so viele andere hier nur noch von wenigen Familien bewohnt. Aber seit Neuestem kommt wenigstens der Bus auch hierher.
Zwischen diesen beiden Dörfern liegt unten auf einer kleinen Landzunge La Fajana, nicht zu verwechseln mit dem La Fajana bei Barlovento. Schade, daß auch hier Bananen das Bild bestimmen. Allerdings nicht so häßlich wie anderswo. Der heftige Wind hat alle Versuche mit Plastikdächern zunichte gemacht. Der einzige funktionierende Windschutz sind Zäune aus Baumheide, so wie es früher üblich war. Versuche, Tourismus hierherzubringen, sind ebenfalls kläglich gescheitert.
Jenseits des Barranco Franceses beginnt die Gemeinde Barlovento.
zum vorigen Absatz
zum Seitenanfang

Im Sommer gilt: kein Wochenende ohne Fiesta auf La Palma. Einige der schönsten finden in den Dörfern der Gemeinde Garafia statt. Sie werden von den Bürgern für die Bürger ausgerichtet und sind daher nicht zu vergleichen mit irgendeiner Kirmes in Deutschland. Einfach, ursprünglich und etwas derb sind sie meist. Die wichtigsten:
•
urlaub.auf-lapalma.de
•
fotografieren.auf-lapalma.de
•
Copyright © 2006-2008 Klaus Heilmann
•
Valid HTML 4.01 Transitional
•
Valid CSS 2.1
•