Was blüht denn da so schön?

La Palma ist Teil von Makaronesien. Die Bezeichnung Makaro­nesien wurde im vorletzten Jahrhundert von dem Botaniker Philiphe Baker Webb geprägt. Die griechischen Vokabeln Makaro: „glücklich“ und nesias: „Inseln“ wurden zum Synonym Inseln der Glückseligkeit. Die Bezeichnung Makronesien wird im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch häufiger ver­wen­det. Gemeint sind die folgenden Inselgruppen im Atlantischen Ozean: die Azoren, Madeira und Porto Santo, die Ilhas Desertas, die Ilhas Selvagens, die Kanarischen sowie die Kapverdischen Inseln. Eines haben all diese Inseln gemeinsam: sie wurden von den Eiszeiten verschont. So konnte hier eine Viel­zahl von Pflanzen überleben, die auf dem europäischen Festland längst aus­ge­stor­ben sind. Die isolierte Lage im Atlantik und die fruchtbare Vulkanerde in ausgeglichenem Klima haben eine einmalige Pflanzenvielfalt erhalten.

Man hat in Makaronesien 575 endemische - also nur hier vor­kommende - Pflanzenarten gefunden, 514 auf den Kanaren. Zum Vergleich: die Bri­ti­schen Inseln haben die 34fache Fläche der Kanarischen Inseln und dabei 16 endemische Pflanzenarten.

Der Drachenbaum (Dracaena draco) ist der mit Abstand auffälligste dieser Pflanzengruppe. Andere, wie die Kanarenglockenblume, muss man schon suchen. Baumheide Weg durch Baumheide.
Weg durch Baumheide.
(Erica arborea) und Lorbeer (Laurus canariensis), viele Euphorbien, Tajinaste (Echium), Kanarische Kiefer Kanarische Kiefern im Barranco Fernando Oporto.
Kanarische Kiefern.
(Pinus canariensis) und Phönixpalme (Phoenix canariensis) wird man mit Leichtigkeit finden. Der aufmerksame Wanderer hat hier genug zu entdecken.

Eine der vielen schönen Raritäten ist das Palmerische Stiefmütterchen (Viola palmensis), die Spanier nennen es Pensamiento de la Cumbre. Man findet es am östlichen Kamm der Caldera zun Ende des Frühlings. Zur gleichen Zeit blühen hier verschiedene Arten Ginster Der Ginster blüht.
Der Ginster blüht.
, und die Hänge sind in ein intensives Gelb getaucht. Der Duft von millionen Blüten liegt dann wie schweres Parfüm in der Luft.

Den unterschiedlichen Arten der Gattung Echium, zu deutsch Nattern­kopf, begegnet man auf La Palma in allen Höhenlagen, von Meereshöhe bis hoch in die Berge. Die eindrucksvollste Pflanze dieser Gruppe ist die Echium wildpretii, Echium wildpretii
Echium wildpretii.
von den Spaniern Tajinaste rojo genannt, zu finden rund um den Rand der Caldera zwischen 1.600 und 2.000 Höhenmetern.

 Kanarenglockenblume, Canarina canariensis
Kanarenglockenblume, Canarina canariensis
 Amagante, <i>
                Cistus symphytifolius</i>.
Amagante, Cistus symphytifolius.
 Maiblume, Flor de mayo, <i>
                Pericallis webbii</i>..
Maiblume, Flor de mayo, Pericallis webbii.
 Palmerische Stiefmütterchen.
Palmerische Stiefmütterchen.

Blumen sind Liebesgedanken der Natur

Bettina von Arnim

 
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