Bilder in schwarzweiß

La Palma hat einen reichen Schatz an historischen Denkmälern, deren Wert im Allgemeinen nicht sehr hoch eingeschätzt wird. Besonders aufgelassene Bauernhäuser werden vor allem deshalb nicht abgerissen, weil man auf eine neuerliche Baugenehmigung am alten Platz hofft, oder irgendwann renovieren möchte. Oder die Besitzer sind ausgewandert oder verstorben, die Erben sind nicht auffindbar. Nichtsdestoweniger dokumentieren diese kleinen Gebäude und Ensembles die traditionelle Bauweise und die beengte Lebensweise unter den eingeschränkten Bedingungen früherer Zeiten. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Gebäude der herrschenden Klasse und der Kirche. Ein Hauch von Sozialkritik steckt auch in den Bildern.

Um das Wesentliche der Bilder hervorzuheben, finden Sie auf dieser Seite ausschließlich monochrome Fotos. Bis auf Weiteres bleiben sie unkommentiert, Angaben zu Örtlichkeiten und speziellen Besonderheiten können auf Nachfrage gerne eingefügt werden. Bis dahin ist Ihre Phantasie gefragt. Vielleicht erkennen Sie manches auf Ihren Wanderungen über La Palma wieder.

Die Architektur der Kanarischen Häuser

Nach der Besiedelung der Insel durch galicische, kastilische, andalusische, portugiesische und weiteren Kolonisatoren zu Beginn 16. Jahrhunderts und deren Neuerungen hat sich die ländliche Architektur auf La Palma (und den anderen Kanarischen Inseln in leicht abgewandelter Form) entwickelt und sich als Stil über 500 Jahre erhalten. Sie ist geprägt von Elementen aus Zeiten der Eroberung und wurde aufgrund der Isolation durch nur geringe spätere Einflüsse modifiziert. So hat sich ein kulturelles europäisches Erbe hier auf der Insel konserviert.

Es ist eine vom Klima und der Orographie gekennzeichnete Architektur, basierend auf den vorhandenen Materialien der jeweiligen Zone: Basaltsteine, Lehm, Tuffstein, Kalk und prinzipiell Holz, besonders das Tea. Die auffallenden Konstruktionen der Vermögenden stehen im Kontrast zu der Schlichtheit der überwiegenden Anzahl der Häuser, wo Knappheit herrscht und keine Verschwendung und nichts Unwichtiges ist, obwohl es auch unentbehrliches für ein Leben in Gelassenheit und Ruhe gibt.

Die Häuser sind rechteckig, L-förmig oder als einzelne Gebäude um einen Innenhof errichtet, der manchmal überdacht ist. Ihre Dächer sind Zwei- oder Vierwasserdächer, meist gedeckt mit Mönch und Nonne. Bis in die Mitte des XIX. Jahrhunderts überwogen Strohgedeckte Häuser das Gesamtbild, aus Kostengründen, von denen jedoch eine erhebliche Brandgefahr ausging und deren Existenz schon seit dem XVI. Jahrhundert per Dekret verboten war. In manchen Fällen verlängerte man das Dach an der Türseite zur Veranda, immer gemäß der Hauptwindrichtung und dem Sonnenstand ausgerichtet. Meist gibt es Schuppen zur Lagerung der Ernte und einen Innenhof mit vielen Blumen und einem Mäuerchen als Sitzbank. Vielfach verbaute man an den Hausecken große behauene Blöcke, die den Hauptteil der Mauern stellen und deren Halt gewährleisten sowie die Last des Daches tragen. Türen und Fenster sind überaus stabil und tragen ebenfalls zur Stabilität der Mauern bei. Der Fußboden aus gestampftem Lehm wurde nicht immer und nur im Wohnbereich mit Brettern aus Tea gedeckt.

Die Inneneinrichtung der Häuser war schlicht: der Schlafraum war meist durch eine Holzwand abgetrennt und fensterlos, der Zugang mit einem Vorhang versehen. Manchmal war auf Höhe der Dachtraufe ein Bretterboden die Decke des Schlafraumes, dann war darüber Platz für Stroh und Ernte. Normalerweise waren die Räume jedoch im Dachbereich offen.

Zum Haus gehörte eine Zisterne zur Bevorratung von Wasser, das bei Regen von Dach und Hof eingeleitet wurde. Das Fassungsvermögen dieser Zisternen betrug meist weniger als dreißig Kubikmeter. Nicht in allen Wintern wurden sie ganz voll. Der Vorrat musste den gesamten Sommer über reichen, zum Wäschewaschen und für die Körperpflege war das zu wenig. In Küstennähe gab es ja Salzwasser genug …

Vor Allem im Süden der Insel gab es kaum Möglichkeiten zum Bau von Zisternen, da der noch nicht verwitterte vulkanische Untergrund dies nicht zulässt. Man behalf sich dort oft mit Holzfässern, in denen das Wasser aufgrund der höheren Temperatur jedoch schnell faulte. Die Folgen kann man sich leicht ausmalen.

Im Haus hatte man in einem Gestell einen porösen schalenförmigen Stein zum Filtern des Wassers, genannt "talla" oder "tina" oder "bernegal", der das Wasser frisch und kühl in einen Krug tropfen ließ. Das Wasser galt als gesund durch die Feuchtigkeit des auf dem Stein wachsenden Frauenhaarfarns (Adiantum capsillus-veneris). Gabriel García Márquez hat in seinem Roman "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" deutliche Worte zu dieser Art Trinkwasseraufbereitung gehabt.

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