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Puntagorda auf La Palma


Was Puntagorda so besonders macht

Puntagorda
Puntagorda

Im Nordwesten von La Palma liegt Puntagorda, die kleinste Gemeinde der Insel, gemessen an der Zahl der Einwohner. Im Februar überzieht ein Teppich von blühenden Mandelbäumen die Landschaft. Die Bauern vergangener Jahrhunderte kultivierten Mandelsorten mit kleinen, süßen und ölreichen Früchten. Diese sind unerläßlich für die traditionellen Backwaren der Gegend, zum Beispiel die Mandelplätzchen. Auch für einen süßen Akzent bei Fleisch- und Fischgerichten werden sie gerne verwendet. Und nicht zu vergessen das Mandelmus: ein köstlicher Brotaufstrich, oder auch als Zusatz für Süßspeisen. Hergestellt aus den hiesigen Mandeln, ganz ohne Konservierungsmittel, etwas besonderes und auch besonders gesundes.

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Geografie und Infrastruktur

Die Gemeindefläche von Puntagorda umfaßt 28 km². Die Gemeindegrenzen sind natürliche Landschaftshindernisse: das Meer im Westen, der Barranco de Izcagua im Norden, der Barranco de Garome im Süden und der Kraterrand der Caldera de Taburiente im Osten. Die Barrancos, tiefe und unwegsame Erosionstäler mit wenigen Passagen, geben dem Norden der Insel ihre charakteristische Struktur. Die rund 200 Meter hohe Steilküste, mit wenigen Zugängen zum Meer, ist ebenso spektakulär und hat eine Länge von etwa 9 km. Die Küstenregion ist Naturschutzgebiet und Teil des Monumento Natural de la Costa de Hiscaguán. Damit nicht genug, ist der höchste Berg der Gemeinde, der Roque Chico, „kleiner Berg“, 2.368 Meter hoch und nur 11 km von der Küste entfernt.

Der Ort Puntagorda liegt weit verstreut im mittleren Teil des Gemeindegebietes auf einer Höhe zwischen 600 und 800 m. Ortsteile sind El Roque, El Fagundo, El Pino (oder El Pueblo), und El Pinar. Oberhalb bis etwa 1.100 m folgt ein Waldgürtel, dann Weinberge bis auf 1.400 m. Ein weiterer Wald reicht bis zur Baumgrenze auf 2.000 m, Buschwerk und Ginster bedecken die darüberliegenden Flächen.

Der Gemeindewald El Fayal beim Barranco Izcagua am nördlichen Ortsende ist Naherholungsgebiet. Hier gibt es Wanderwege (einen der wenigen behindertengerechten der Insel, www.tourmac.info/de/senderismo ), Grillplätze, einen Sportplatz und viel Natur. Am Fuße des Waldes befindet sich der Mercadillo, die Markthalle von Puntagorda. Öffnungszeiten: jeden Samstag 15:00 - 19:00 Uhr, jeden Sonntag 11:00 - 15:00 Uhr.

Das Freibad im Ortsteil El Roque, der Kindergarten, die Schulen mit allen Stufen bis zum Abiturabschluß sind Einrichtungen, die auch von den Bürgen der Nachbargemeinden gerne genutzt werden. Von der Apotheke bis zum Landhandel sind alle wichtigen Läden vertreten, und es gibt mehrere Restaurants. Auch die entlegenen Ortsteile sind gut erschlossen.

Der Hafen von Puntagorda, El Puerto, ist eine Ansammlung von Häusern und Höhlen bei einer felsigen Bucht. Im Sommer bei ruhiger See ist er Badeplatz und Sommerfrische der Puntagorderos sowie Ankerplatz der Fischerboote, im Winter Angelstelle bei ruhiger See.

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Landwirtschaft

Aufgrund der enormen Höhenunterschiede auf engstem Raum findet man die verschiedenen Klimazonen mit den typischen Pflanzen nah beieinander. Der fruchtbare Boden und das milde Klima erlauben eine intensive Landwirtschaft, die kleinen Ackerflächen jedoch keinen Einsatz von großen Maschinen. So sind große Flächen ungenutzt, obwohl die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig ist. Angebaut werden Bananen, Avocados, Orangen, Feigen, Kartoffeln, Gemüse, und jede Menge Wein. Und natürlich Mandel- und Obstbäume. Schweine, Rinder und Ziegen sind Fleischlieferanten, aber es gibt keine Großbetriebe.

Bis über die Mitte des vergangenen Jahrhunderts hinaus war die Infrastruktur in diesem Teil der Insel miserabel, ebenso die Wasserversorgung. Die Niederschläge und ihr Ausbleiben bestimmten den Erfolg und Mißerfolg der Ernten, denn eine Bewässerung der Felder war unmöglich. Aufgrund dieser Umstände wurden Weinreben und Mandelbäume in großer Zahl gepflanzt, denn sie können lange Trockenperioden gut überstehen. Durch geschicktes Ausnutzen der Regenperioden wurden Feldfrüchte im Winter und Frühjahr angebaut. Das milde und frostfreie Klima macht dies möglich.

Obwohl große Flächen in den höheren Lagen bewaldet sind, gibt es keine forstwirtschaftliche Holznutzung. Die hauptsächlich hier wachsende kanarische Kiefer ist zwar hervorragend an das Klima und die Besonderheiten La Palmas angepaßt, wächst jedoch eher langsam. Erst nach vielen Jahrzehnten bildet sich im inneren der Stämme ein harzreicher Kern, das Tea- Holz (Kien), und erst Stämme von deutlich mehr als einem Meter Durchmesser haben soviel davon gebildet, daß man daraus Balken und Bretter schneiden könnte. Aber gerade diese Bäume dürfen nicht gefällt werden, sie stehen unter Naturschutz. Die äußere Schicht des Stammes toter Bäume wird innerhalb kurzer Zeit von Schadinsekten zerfressen und ist daher wertlos. Das Tea- Holz wird zu astronomischen Preisen gehandelt, weil es rar ist und ohne weiteren Schutz Jahrhunderte überdauert.

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Geschichte

Zur Zeit der Unterwerfung der Insel durch die Spanier (1492) gab es bei der Palmerischen Urbevölkerung, den Benahoariten, 12 Kantone auf La Palma. Das heutige Puntagorda und die Gemeinde Tijarafe umfassen ziemlich genau die Kantonsgrenzen des Stammes der Tixarafe. Die Ureinwohner siedelten überwiegend in den Barrancos nahe der Küste und weideten ihre Schweine und Ziegen im Lauf des Jahres auf allen Höhenlagen. Durch die Nutzung der gesamten Insel entstand ein durchdachtes und heute noch weitgehend existierendes Wegenetz (viele der aktuellen Wanderwege).

Auf einer der ältesten erhaltenen Karten dieses Inselteils ist der Ort Puntagorda nahe der Steilküste eingezeichnet. Zu dieser Zeit reichte der Wald bis an die Abbruchkante. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte wurde immer mehr Wald gerodet, und der Boden verkarstete. Die Quellen in dieser Zone sind heute durchweg versiegt. Der Siedlungsbereich wanderte dabei immer weiter bergan, nur so war die Nutzung des Bodens möglich. Die alte Dorfkirche San Mauro Abad , 1571 als eine der ersten Kirchen auf der Insel erbaut, steht heute verlassen weit unterhalb des Ortes. Das Wort Abad im Namen der Kirche deutet auf die ehemalige Existenz einer Abtei hin. Weiter unterhalb dieser Kirche in Richtung Küste heißt ein Flecken heute noch „El Pueblo“, das Dorf.

Die gefällten Bäume wurden zu Heiz- und Bauzwecken benutzt. Wie uralt und riesig sie gewesen sein müssen, kann man an den Resten der herausgeschnittenen Deckenbalken der Ruine gegenüber der alten Kirche San Mauro Abad sehen. Diese Balken wurden nicht gestohlen, sondern vom Besitzer des Gebäudes verkauft, um das Studium seines Sohnes finanzieren zu können. Soviel zum Preis von Tea- Holz.

Für den Bau und die Ausbesserung von Segelschiffen ist in dieser Zeit ebenfalls eine Unmenge von Bäumen gefällt worden. Dennoch bedecken die Wälder heute große Teile der Insel; das Biosphärenreservat La Palma lebt.

Heute, wo der Transport des Wassers in ausreichender Menge möglich geworden ist, werden die fruchtbaren Felder aus der damaligen Zeit wieder mehr und mehr genutzt. So verändert sich die Landschaft von Jahr zu Jahr.

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Fiestas in Puntagorda

Am ersten Wochenende im Februar findet das Mandelblütenfest statt. Als eine der bekanntesten Fiestas der Insel sind Rummel und Lautstärke entsprechend. Neben traditioneller Folklore, Sportveranstaltungen und anderen Darbietungen sind die nächtlichen Tanz- und Trinkkonzerte der eigentliche Mittelpunkt des Geschehens während der drei Hauptfesttage. Abgewunken wird erst nach völliger Erschöpfung, zwischen fünf und acht Uhr in der Früh.

San Mauro ist der wichtigste Patron der Gemeinde. Die Fiesta San Mauro wird um den 15. August bei der alten Kirche gefeiert und hat im Gegensatz zum Mandelblütenfest seinen intimen Charakter behalten. Zur Fiesta ist die Kirche geöffnet und kann besichtigt werden.

Ebenso ursprünglich und echt ist die Fiesta auf dem Monte Mato, einem vulkanischen Hügel über der Küste, magisch und religiös schon zu Zeiten der Benahoariten.

Auch der südlichste Ortsteil von Puntagorda, El Roque, hat seine eigene Fiesta, Anfang Juni, die Fiesta San Roque.

Und dann natürlich der Karneval. Nicht ganz so exclusiv wie in Santa Cruz. Er endet mit der Verbrennung der Sardine, lange nach Aschermittwoch, mit einem weiteren Fest. In der Nacht zum 4. März 2007 zum Beispiel, bei Vollmond und Mondfinsternis und Feuerwerk. Bis in den frühen Morgen.

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